Aktuelle Sonderausstellungen
Vorsicht Glas! - Zerbrechliche Kunst von 700-2010
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Abb.110.9.2010 - 9.1.2011
Glas fasziniert durch seine Transparenz, Farben und Formenvielfalt, Glanz, Zerbrechlichkeit und Resistenz. Seit der Erfindung des Glases im Nahen Osten vor mehr als 4000 Jahren spielten die
Glashandwerker dieser Region eine führende Rolle in der Gestaltung dieser materiellen Eigenschaften. Nach der arabischen Eroberung im 7. Jahrhundert bewahrten sie die tradierten Herstellungs- und
Dekortechniken, trugen aber auch selbst maßgeblich zu gestalterischen und technischen Neuerungen dieses Handwerks bei.
"Vorsicht Glas!" rückt diese Traditionen und Innovationen der Glashandwerker und -künstler des Nahen Ostens in den Blickpunkt. Die Ausstellung zeigt die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten des
Glases in Form, Farbe und Dekor und deren zugrunde liegenden Herstellungstechniken. Erstmals werden dafür über 60 Gläser aus der Sammlung des Museums für Islamische Kunst zeitgenössischen Werken aus
der Galerie New Glass Art & Photography gegenübergestellt.
Abb. 2
"Vorsicht Glas!" eröffnet neben dem unmittelbaren visuellen Reiz des Glases aus dem Nahen Osten auch dessen Wertschätzung bis in die Gegenwart. Zum einen vermitteln Biographien ausgewählter Gläser aus dem Bestand des Museums deren individuellen Weg von der Herstellung, über die Restaurierung bis zur Ausstellung. Zum anderen würdigen zeitgenössische Glaskünstler, die aus dem Nahen Osten kommen oder die künstlerischen Traditionen dieser Region aufgreifen, das Glashandwerk durch Neuinterpretationen tradierter Herstellungstechniken und Formensprachen.
Teilnehmende Künstler:
Marya Kazoun, Libanon
Felekşan Onar, Türkei
Scott Chaseling, Australien/Deutschland
Boyd Sugiki, USA
The Bee Kingdom, Kanada (Ryan Marsh Fairweather, Timothy Belliveau, Phillip Bandura)
Unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission
Mitarbeiter: Andrea Becker, Sara Beuster, Gisela Helmecke, Nadania Idriss, Youssef Khoury, Jens Kröger, Miriam Kühn, Katharina Müller
Abb. 1: Parfümflakon, Glas mit Schnitt-/Schliffdekor, Iran, 9.-10. Jahrhundert, Museum für Islamische Kunst, Inv.-Nr. I. 49/63; © Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Foto: G. Niedermeiser.
Abb. 2: Felekşan Onar, Derwish, 2008;© Künstler.
Sammlerglück. Meisterwerke islamischer Kunst aus der Keir Collection ab 18.3. 2010
Bergkristallflasche aus der Keir Collection. Fatimidisches Ägypten, 1. Hälfte des 11. JahrhundertsUnter dem Titel »Sammlerglück« wird eine Auswahl aus den reichen Beständen der Sammlung von Edmund de Unger im Pergamonmuseum gezeigt, die in die Welt des Sammlers und des Sammelns führt. Der
Besuch bei Edmund de Unger, einem der wichtigsten Sammler islamischer Kunst überhaupt, erfolgt aus einem guten Grund: Seine international als »Keir Collection« bekannte Sammlung islamischer Kunst
wird künftig als umfangreiche Leihgabe die Bestände des Museums für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin bereichern. 112 der insgesamt 1500 Werke aus fast allen Perioden und
Kunstlandschaften der islamischen Welt befinden sich in Berlin, die übrigen werden später folgen. Doch schon diese Visitenkarte erlaubt einen spektakulären Einblick in die reiche Sammlung und in die
Welt
des Sammlers.
Kommende Sonderausstellungen
Archiv Sonderausstellungen
Geschriebene Bilder Kalligraphische Höhepunkte des 16. bis 18. Jahrhunderts
4. 6.- 19. 8. 2010
Lobgedicht eines Kalligraphen, Iran, 16. Jh., Inv. Nr. I. 4591 fol. 3, Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Islamische KunstDas Museum zeigt eine Auswahl seiner Sammlung von kalligraphischen Schmuckblättern. Die meisten stammen aus Sammelalben (muraqqa'), die im späten 18. Jahrhundert in Nordindien zusammengestellt wurden. Viele sind das Werk berühmter persischer und indischer Kalligraphen, die zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert tätig waren. Ihre Schriftproben wurden mit Leidenschaft gesammelt und zu attraktiven kalligraphischen Schmuckblättern ausgeschmückt.
Zu den großen Namen, die vertreten sind, gehören Shah Mahmud "Zarin Qalam" (die goldene Feder), der zwischen 1520 und 1540 am Hof des safawidischen Schah Tahmasp in Tabriz wirkte oder der im Dekkan tätige Mir Khalilullah "Padschah-i qalam" (Herrscher der Rohrfeder). Gezeigt werden auch Kalligraphien des Moghulprinzen Dara Schikoh (1615-59) und seines Bruders, des späteren Kaisers Aurzangzeb(1618-1707). Herrscher waren nämlich nicht nur wichtige Sammler, sondern häufig selbst große Meister der Kalligraphie.
Ein indischer Aristokrat: Antoine-Louis Henri de Polier und seine Sammelalben 5.3. -30.5. 2010
Lucknow-Schule. zwei frauen auf Terasse, um 1770, Museum für Islmaische Kunst Berlin, I. 4597 fol. 30Söldner, Ingenieur, Agent, Geschäftsmann und Sammler: der adlige Antoine-Louis Henri Polier aus Lausanne gehörte zu den bemerkenswert vielseitigen Europäern, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit der englischen Ostindienkompanie nach Indien aufbrachen, um ihr Glück zu suchen. Da ihm als Nicht-Engländer Aufstiegsmöglichkeiten in der britischen Handelsgesellschaft verwehrt blieben, zog es ihn in die Dienste des nordindischen Fürsten Schudscha ad-Daula (1732-75) von Awadh (engl. Oudh), für den er viele Jahre als Architekt, Vermesser und Berater tätig war.
Wohnwelten. Gewebte Gärten und gemalte Blumen - paradiesische Innenansichten syrischer Hofhäuser 18.12.2009 - 14.2.2010

Selten nur zeigen sich dem fremden Besucher die Baum bestandenen Innenhöfe mit ihren dekorierten
Hoffassaden, in denen sich die Bewohner der syrischen Städte Oasen der Ruhe geschaff e n
haben. Diffizile Ästhetik, großer Formenreichtum und die hohe Wohnqualität bilden die Konstanten
traditioneller Architektur im Orient. Wie sehr das Bedürfnis zu repräsentieren für ständige
Veränderungen und neue Moden der Inneneinrichtung sorgt, belegt diese Ausstellung mit ihren ausgesuchten Objekten seit osmanischer Zeit bis heute. Die historische Kontinuitäten sind sichtbar: Häufig
gehen die Stadtgrundrisse wie auch die Wasserversorgung auf römische Wurzeln zurück, die Anlage des Hofhauses findet sich seitaltorientalischer Zeit, Raumelemente wie der Iwan
– jene große überdachte Sitznische im Hof – stammt aus dem persisch-sassanidischen Raum und das Bedürfnis nach Weite scheint ein Abglanz des nomadischen Erbe zu sein. Die reichen
Architekturtraditionen orientalischer Wohnhäuser mit ihren Innenhöfen und oft prachtvoll gestalteten Empfangsräumen: Nehmen Sie Einblick in die Wohnwelten der Weltkulturerbe-Städte Damaskus und
Aleppo, ins Wassersystem von Hama am Orontes und in die ländlichen Regionen im Nordosten Syriens.
Europa in Indien: Von Madonnen, Zechern und gerechten Herrschern 20.10.2009 - 24.01.2010

Seit der Entdeckung des Seeweges nach Indien, Ende des 15. Jahrhunderts, verkehren zwischen Europa und Indien auf direktem Weg nicht nur Handelswaren, sondern auch Kultur- und Gedankengut.
Diese Ausstellung von 23 Albumblättern des Museums für Islamische Kunst konzentriert sich auf die Rezeption, also das Betrachten, Kopieren und Interpretieren, europäischer Kunst am Hof der nordindischen Mogulkaiser zwischen dem späten 16. und 18. Jahrhundert.
Eine entscheidende Rolle kommt dabei Kupferstichen und Drucken als Medien des Motivtransfers zu, weil sie kostengünstig hergestellt, vervielfältigt und transportiert werden konnten. Vier europäische Kupferstiche sowie ein Druck werden ausgewählten Miniaturen indischer Künstler gegenübergestellt. An ihnen soll exemplarisch gezeigt werden, wie europäische Genres und künstlerische Gestaltungsmittel unter den Moguln rezipiert wurden.
